Die Stärkung der Kreislaufwirtschaft durch den Einsatz von Digitalisierung und grünen Strategien wird zunehmend als ein entscheidender Weg betrachtet, um die Auswirkungen industrieller Aktivitäten auf den Klimawandel zu mindern und gleichzeitig Kompromisse zwischen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Prioritäten einzugehen.
Während digitale und nachhaltige Lösungen sich in der Theorie gegenseitig verstärken, geraten sie in der Praxis mitunter in Konflikt. Ein übergeordnetes Management der Wechselwirkungen zwischen dem digitalen und der ökologischen Wandel kann in der Umsetzungsphase Leistungssynergien schaffen und die Auswirkungen kommender Maßnahmen abmildern.
Diese Studie schlägt einen Ansatz vor, um die Entscheidungsfindung in der Kreislaufwirtschaft voranzubringen, angesichts der unvermeidlichen Vernetzung der beteiligten Systeme im Zeitalter der Fertigung. Hierzu werden Systemdynamik und modellbasierte Systementwicklung integriert, um den Übergang von der traditionellen Systementwicklung hin zur zirkulären Systementwicklung zu ermöglichen.
Zu diesem Zweck erlauben Werkzeuge der modellbasierten Systementwicklung durch Konnektivität und Rückverfolgbarkeit über den gesamten Systemlebenszyklus hinweg den Systementwicklern, nicht nur die Auswirkungen interdisziplinärer Wechselwirkungen in der Systemdynamik-Modellierung zu berücksichtigen, sondern auch über das System hinauszudenken und externe Einflusskriterien einzubeziehen.
Dieser Beitrag stellt ein integriertes Rahmenwerk zur Erstellung eines ganzheitlichen digitalen Modells vor, das die Optimierung von Kreislaufwirtschaftsproblemen erleichtert – von der Systemauslegung bis zur Richtlinienbewertung. Durch die Verknüpfung von Systemdynamik, Standards und Systemfunktionalitäten auf operativer wie auch auf Unternehmensebene verbessert das vorgeschlagene Rahmenwerk die Fähigkeit, resiliente und zielgerichtete Entscheidungen zu treffen, wenn man mit einem komplexen Netzwerk von Systemen im Kontext der Kreislaufwirtschaft konfrontiert ist.